Im Zeitalter der KI, ist das Zielmanagement von Peter Drucker überholt?

Peter Drucker ist der letzte Newton im Bereich des Managements; er versuchte, ein vollständiges, religiöses und idealisiertes humanistisches Managementsystem für uns zu schaffen. Seine Ideen zu Zielmanagement, Dezentralisierung, Kundenorientierung, Wissensarbeitern und Innovation haben unzählige Unternehmer beeinflusst.

Aber leider ist die ruhige und friedliche Zeit vergangen. In den Augen der guten und aufrichtigen Menschen ist die Welt von einem idealen Königreich in die Welt von Murphy übergegangen. Für Zyniker befinden wir uns in einer Stadt der Dämonen. Und Technikbegeisterte behaupten, dass KI uns in eine neue industrielle Revolution führt. Die Standpunkte sind unterschiedlich, die Meinungen auch. Aber wie dem auch sei, diese Welt verändert sich rasant und ist unruhig. In der Tat ist die heutige Welt nicht mehr die gleiche wie die Zeit, in der Peter Drucker lebte.

Die beiden KI-Experten Kenneth Stanley und Joel Lehman, die früher bei OpenAI arbeiteten, gingen in ihrem Buch „Why Greatness Cannot Be Planned“ mit voller Wucht auf die populäre Zielmanagementmethode los und kritisierten sie scharf. In ihren Augen ist genau diese auf Zielen basierende Strategie und Planung einer der Hauptgründe für das Scheitern von Innovationen. Sie schlugen eine völlig andere Strategie vor, das sogenannte „Schatzsuchenden-Denken“ und das „Sprungbrett-Modell“. In ihren Augen ist Innovation ein Entdeckungsprozess, kein Planungsprozess.

Zielmanagement ist völlig falsch? Das ist nicht ganz richtig. Aber die Beurteilung der beiden Wissenschaftler ist auch sehr aufschlussreich. Der Schlüssel hier ist, dass jede Managementmethode ihren Anwendungsbereich hat, also wo ihre Grenzen liegen? Peter Drucker selbst hat bereits erkannt, dass Managementmethoden Flexibilität und Anpassungsfähigkeit besitzen sollten, und dass unterschiedliche Probleme und Situationen unterschiedliche Managementmethoden erfordern. Aber er hat keine klaren Anwendungsgrenzen für die Zielmanagementmethode festgelegt. In der Praxis wird es daher zwangsläufig ständig quantifiziert, schrittweise verschärft, es fehlt an Flexibilität und entwickelt sich schließlich zu einem deformierten Anreizsystem.

Meiner Meinung nach sollte selbst das ideale Zielmanagement einen klaren Anwendungsbereich haben. Es eignet sich besser für reife Geschäfte. Zum Beispiel dominieren in vielen großen Unternehmen oft die reifen Geschäfte, weshalb das Zielmanagement dort weit verbreitet ist. Aber es ist nicht für innovative Geschäfte geeignet. Dies ist oft das Arbeitsfeld von Startups oder Innovationsteams. Aber es ist offensichtlich, dass wir jetzt genau Innovation brauchen!

Wenn Sie ein Anhänger von Peter Drucker sind, dann sollten Sie eine gute und hervorragende Person sein. Aber die Welt wird nicht immer von Motiven getrieben; sie hat ihre eigenen evolutionären Gesetze. Vielleicht müssen wir in turbulenteren Zeiten die vielen als selbstverständlich erachteten Grundsätze und Regeln neu überdenken. Was halten Sie davon?

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