Geschmack bedeutet, über Ästhetik zu sprechen, ist es ein Talent?

Dies ist ein sehr verbreitetes Missverständnis über den Geschmack von Organisationen. In dem Buch „Taste: The Right Brain Organization in the Age of Artificial Intelligence“ bezieht sich „Taste“ nicht strikt auf persönlichen Geschmack; es geht nicht nur darum, ob Farben, Schriftarten, Verpackungen oder Schnittstellen gut aussehen. In diesem Buch bezieht sich der Begriff „Geschmack“ tatsächlich auf den Geschmack einer Organisation. Dies ist die Fähigkeit, auf organisatorischer Ebene Werte zu erkennen: was es wert ist, getan zu werden, was es nicht wert ist; was richtig aussieht, aber gefährlich ist; was kurzfristig kein Geld einbringt, aber langfristig wertvoll ist.

Wir wissen, dass Steve Jobs das Wort „Geschmack“ im Kontext des Managements eingeführt hat. Er sagte oft, dass Microsoft keinen Geschmack habe, aber er betonte: „Ich meine nicht die kleinen Details, sondern die großen Aspekte.“ Offensichtlich spricht er nicht von persönlichem Geschmack, sondern von organisatorischem Geschmack.

Wenn wir nur über Jobs‘ persönlichen Kleidungsstil sprechen, könnte er weit entfernt von dem sein, was die Luxusgüterindustrie unter „Geschmack“ versteht, aber Geschmack ist ein anerkanntes Etikett für Apple-Produkte. Tatsächlich hören viele Produktmanager oft jemanden sagen: „Sieht das aus wie Apple?“ Das ist der Eindruck, den der Geschmack von Apple bei allen hinterlässt. Aber hast du bemerkt, dass nur wenige Leute sagen, dass es wie der Geschmack von Jobs aussieht? Der Schlüssel liegt hier: Das ist nicht der Geschmack einer einzelnen Person, sondern etwas, das das gesamte Unternehmen Apple durchdringt, wie Luft, die jeder atmet und die jeden prägt. Das ist der wahre „kollektive Geschmack“.

Was ist der größte Unterschied zwischen dem Geschmack einer Organisation und dem persönlichen Geschmack? Persönlicher Geschmack ist zufällig und instabil; heute magst du das, morgen könntest du von etwas anderem angezogen werden. Aber der Geschmack einer Organisation ist stabil und wiederholbar. Wenn eine Gruppe von Menschen gemeinsam Entscheidungen trifft, neigen sie dazu, in die gleiche Richtung zu gehen, ohne dass eine Koordination erforderlich ist. Also, was Jobs wirklich meinte, war der Geschmack der Organisation.

Laut der Theorie der „rechtebasierten Organisation“ ist Geschmack die „Fähigkeit, Schönheit zu erkennen“, aber in der Praxis innerhalb der Organisation ist dies keine schriftliche Regel, sondern ein „intuitives Konsens“, das durch langjährige Erfahrung gebildet wird. Mit anderen Worten, es handelt sich nicht um individuelle Fähigkeiten, sondern um die Fähigkeiten des Teams, die von der Organisation geschult und verbessert werden können.

Daher ist Geschmack niemals nur „schön“. Es ist die Fähigkeit, zu beurteilen, was wahr, was gut, was schön und was von langfristigem Wert ist. Design ist nur die offensichtlichste Hülle des Geschmacks; der wahre Geschmack verbirgt sich tatsächlich in der Produktauswahl, dem strategischen Rhythmus, der Ressourcenverteilung, der Talentwahl und der Organisationsbewertung. Letztendlich ist dies ein gemeinsames mentales Modell. Dies ist die Resonanz zwischen uns als Gruppe, die es uns ermöglicht, gemeinsam Werte zu erkennen und kontinuierlich Entscheidungen zu treffen.

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